Lufthansas Klimaschutz-Portfolio: Was der Deal für den Markt bedeutet
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Der Sektor ist für etwa 2,5 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Wenn Effekte wie Kondensstreifen mitgezählt werden, ist die Klimawirkung sogar noch deutlich höher.
Lufthansa und andere Vorreiter gehen deshalb neue Wege: Statt nur auf einzelne Projekte zu setzen, bauen sie strategische Portfolios auf. So packen sie auch Emissionen an, die bisher schwer zu regulieren waren.
Dieser Wandel hin zu langfristigen Strukturen zeigt sich deutlich im neuen Klimaschutz-Portfolio der Lufthansa Group. Hier kommen wir von Planet2050 ins Spiel: Wir helfen dabei, diese Lösungen groß zu machen und schnell zu verbreiten.
Zusammenfassung
Die Lufthansa Group hat ihr Klimaschutz-Portfolio neu zusammengestellt und umfasst nun 14 Projekte.
Der Anteil von Projekten zur dauerhaften CO2-Entnahme wurde auf rund 20 Prozent verdoppelt.
Erstmals sind auch innovative DACCS-Projekte Teil des Portfolios.
Lufthansa setzt damit ein klares Signal für technologieorientierte, langfristig angelegte Klimaschutzlösungen.
45 Millionen Tonnen CO2-Emissionen in 2025
Im Jahr 2025 beförderte die Lufthansa Group 135 Millionen Passagiere, ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der CO2-Fußabdruck des Konzerns lag gleichzeitig bei 45,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Das entspricht in etwa den jährlichen CO2-Emissionen Norwegens – einem Land mit rund 5,5 Millionen Einwohnern.
Die Daten unterstreichen den gewaltigen Emissionshebel der Luftfahrtbranche und die dringende Notwendigkeit neuer Klimaschutz- und Finanzierungsmodelle. Bereits im Vorjahr stiegen die Gesamtemissionen um 16 Prozent (Lufthansa 2025 Report).
Vier Treiber für den Wandel: Warum Airlines ein umfassendes Klimaschutz-Portfolio brauchen
1. Klimaschutz ist für Airlines Pflicht, nicht Kür
Drei verbindliche Systeme schreiben vor, dass Fluggesellschaften für ihre CO2-Emissionen zahlen müssen: der EU-Emissionshandel (EU ETS) für innereuropäische Flüge, die entsprechenden Systeme in Großbritannien und der Schweiz, sowie das globale CORSIA-System für interkontinentale Flüge.
2. Die Kosten steigen spürbar
Bisher erhielten Airlines kostenlose Emissionszertifikate. Diese werden seit 2024 schrittweise abgebaut und seit Januar 2026 vollständig gestrichen. Fluggesellschaften müssen ihre Emissionen nun komplett über gekaufte Zertifikate abdecken - nach dem Verursacherprinzip. Das erhöht den finanziellen Druck und macht Klimalösungen zu einem echten Kostenfaktor.
3. Technische Maßnahmen allein reichen nicht
Airlines setzen auf neuere Flugzeuge, nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) und effizienteren Betrieb.
Doch selbst damit bleiben unvermeidbare „Restemissionen" auf dem Weg zur Net Zero (Netto-Null), die nur durch Klimaschutzprojekte und CO2-Entnahme ausgeglichen werden können.
Genau dieses Angebot für CO2-Entnahmezertifikate schafft Planet2050.
Lufthansa hat sich über die Regulatorik hinaus freiwillig verpflichtet, folgende Ziele zu erreichen:
Bis 2030 will die Lufthansa Group ihre Netto-CO2-Emissionen im Vergleich zu 2019 durch Reduktions- und Kompensationsmaßnahmen halbieren.
Bis 2050 strebt das Unternehmen eine neutrale CO2-Bilanz an.
4. Die Nachfrage wächst messbar
Über freiwillige Angebote wie die „Green Fares" der Lufthansa Group können Passagiere aktiv zum Klimaschutz beitragen.
Lufthansa Green Fares Programm
Die Ausgleichszahlung fließt direkt in die Finanzierung von Umwelt- und Gemeinschaftsprojekten in Europa und international. Im Jahr 2025 wurde über solche Projekte ein CO2-Volumen von 865 Tausend Tonnen ausgeglichen. Davon 778 Tausend Tonnen durch Kundinnen und Kunden, rund 20 Prozent mehr als noch im Vorjahr, sowie 87 Tausend Tonnen durch die Lufthansa Group für Dienstreisen ihrer Mitarbeitenden.
Das Portfolio im Detail
Das CO2-Projekt-Portfolio der Lufthansa Group umfasst 14 Projekte, gegliedert in die Kategorien Vermeidung (Emissionen außerhalb der Luftfahrt senken, z.B. Biogasanlagen) und Removal (CO2 aktiv aus der Atmosphäre entnehmen).
Die wichtigsten Veränderungen im Lufthansa-Portfolio:
Verstärkter Fokus auf CO2-Entnahme: Lufthansa hat den Anteil von Projekten zur dauerhaften CO2-Entfernung auf rund 20 Prozent verdoppelt.
DACCS: Erstmals sind auch DACCS-Projekte (Direct Air Capture with Carbon Storage) Teil des Portfolios.
Marktrichtung: Das signalisiert eine klare Entwicklung hin zur CO2-Entnahme, zur langfristigen Speicherung und zur technischen Skalierung.
Naturbasierte Kohlenstoffentfernung
Belgien: Soil Capital. Regenerative Landwirtschaft / Bodenkohlenstoff. Zertifiziert nach ISO-Standards, ausgerichtet an SBTi FLAG und GHG Protocol.
Kolumbien: Aufforstung von ca. 76.000 ha brachliegender Savanne (inkl. 8.000 ha Schutzgebiet). Gold Standard.
Deutschland: Klim. regenerative Landwirtschaft / Bodenwiederherstellung mit über 3.500 Landwirten auf mehr als 700.000 ha (Fruchtfolgen, reduzierte Bodenbearbeitung, ganzjährige Bodenbedeckung, organische Düngung). ISO-basiert und zertifiziert über die TüV.
Italien: regenerative Landwirtschaft mit 13 evidenzbasierten Praktiken (Zwischenfruchtanbau, reduzierte Bodenbearbeitung, Kompost, Pflanzenkohle, Agroforst) zur Bodenkohlenstoffbindung. International Carbon Registry (ICR).
Technologiebasierte Kohlenstoffentfernung
Österreich: Sonnenerde. Pflanzenkohle aus Kompost-Siebresten durch Pyrolyse unter Sauerstoffmangel.
Bolivien: Exomad Green. Pflanzenkohle durch Pyrolyse aus nachhaltigen Forstreststoffen (weltweit größtes Pflanzenkohle-Entnahmeprojekt), Permanenz über 1.000 Jahre. Puro.earth.
Island: Climeworks „Mammoth". Direct Air Capture and Storage (DACCS), CO2 wird unterirdisch in Stein mineralisiert, in Betrieb seit Mai 2024.
Indien: Varaha. gemeinschaftsgeführtes Pflanzenkohle-Projekt durch Hochtemperatur-Pyrolyse (eines der weltweit größten). Carbon Standard International (CSI).
Schweiz: Recoal. Biomass Carbon Removal and Storage (BiCRS) mittels Hydrothermaler Karbonisierung (HTC) von Biomasse-Reststoffen. Rainbow Standard.
USA: 1PointFive ”STRATOS". Direct Air Carbon Capture and Sequestration (DACCS), dauerhafte unterirdische Speicherung. Eigene DAC-Methodik unter dem MRV-Programm der US-Umweltbehörde EPA.
Vermeidungsprojekte (Avoidance)
Indien: Sistema.bio. Modulare Biodigestoren für Kleinbauern, wandeln Tierdung in Biogas (Kochen, Betrieb von Geräten) und organischen Biodünger um. Gold Standard.
Kenia: effiziente Kochöfen für ländliche Gemeinden in der Siaya-Region, finanziert über Spar- und Kreditgruppen (CSL); senkt Brennholzbedarf und schützt lokale Wälder. Gold Standard.
Mongolei: MicroEnergyCredits (mit XacBank) · effiziente Öfen und Hausdämmung per Mikrofinanzierung für einkommensschwache Haushalte; über 160.000 Haushalte seit 2009, verbesserte Luftqualität in Ulaanbaatar. Gold Standard.
Uganda: Verbreitung energieeffizienter, langlebiger Kochöfen mit bis zu 50 % Brennstoffersparnis; bislang über 1,2 Mio. Öfen verkauft und mehr als 6 Mio. Menschen erreicht. Gold Standard.
„Klimaschutzprojekte sind als Ergänzung zu unseren eigenen Maßnahmen zur Emissionsreduktion ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Luftfahrt und der Erreichung unserer Klimaziele. Mit unserem sorgfältig zusammengestellten Portfolio konzentrieren wir uns verstärkt auf technologiebasierte Projekte mit langfristiger CO2-Bindung. Wir leisten damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung und Skalierung dieser Technologien”.
Nina Sproedt, Leiterin Sustainability der Lufthansa Group.
Planet2050: Die Brücke zwischen Qualität und Kapitalmarkt
“Genau diese Marktentwicklung – weg von Einzelprojekten hin zu Compliance-fähigen, diversifizierten Portfolios – ist der Grund, warum wir seitens Planet2050 eine eigene Infrastruktur-Plattform aufbauen. Wir verstehen uns als Brücke zwischen Projektqualität und Kapitalmarktlogik, um die Skalierung der dringend benötigter Klimaschutzlösungen”, so Lucas Zaehringer, CEO von Planet2050.
Diese Lösungen zum Erreichen der NetZero-Ziele umfassen auch Angebote für Airlines im Rahmen von CORSIA oder Biokraftstoffe für die Industrie.
Der Deal als Marktsignal
Der Lufthansa-Ansatz ist ein klares Marktsignal: Wenn große Unternehmen Portfolios aufbauen, steigt der Bedarf an hochwertigen Projekten und einer Finanzierung, die Skalierung möglich macht.
Unser Fokus liegt auf Ansätzen, die sich im Markt zunehmend durchsetzen: Pflanzenkohle, Direct Air Capture sowie naturbasierte Lösungen wie Aufforstung (ARR).
Ein strenges Due-Diligence-Verfahren mit 40 Kriterien stellt dabei sicher, dass jedes Projekt messbar ist, verlässlichen Standards entspricht und langfristige Klimawirkung erzielt.
Durch Finanzierungsinstrumente wie Offtake-Verträge schaffen wir die notwendige Planungssicherheit, damit wirksame Klimaschutzlösungen schnell in skalierbare Finanzierungsmodelle überführt werden können.
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