Von 1 € bis 1.000 €: Warum die Preisspanne bei Carbon Credits so gewaltig ist
Lesezeit: 4min
Im Klimaschutz ist Zertifikat nicht gleich Zertifikat. Aber warum die Preise so extrem auseinandergehen, ist vielen ein Rätsel. Ein CO2-Zertifikat steht für 1 Tonne vermiedenes oder entnommenes CO2-Äquivalent. Der Preis variiert zwischen 1 € und 1.000 €.
Diese enorme Kluft basiert auf Marktschwankungen. Aber nicht nur. Der Preis ist vielmehr ein Spiegelbild von technologischer Komplexität, Beständigkeit und Vertrauen. Wir zeigen auf, was den Preis eines CO2-Zertifikats tatsächlich bestimmt.
1. Vermeidung vs. Entnahme: Die Methode macht den Preis
Vermeidung (ca. 1 € – 30 €)
Bei Vermeidungszertifikaten geht es darum, Emissionen zu verhindern, die sonst entstanden wären, etwa durch Windparks oder Waldschutz (REDD+). Diese Projekte sind günstig und lassen sich schnell skalieren. Sie stehen jedoch oft wegen der „Zusätzlichkeit“ in der Kritik: Würde das Projekt nicht vielleicht auch ohne das Geld aus dem Zertifikatehandel existieren? Denn echte Zusätzlichkeit bedeutet: Das Geld aus dem Zertifikatehandel ist der einzige Grund, warum dieses Projekt existiert.
Technische Entnahme (bis zu 1.000 €)
Das ist das High-Tech-Segment. Technologien wie Direct Air Capture (DAC) ziehen CO2 wie riesige Staubsauger direkt aus der Atmosphäre. Anschließend wird das gebundene CO2 unterirdisch gespeichert.
Eine gute und günstigere Alternative bietet Pflanzenkohle (Biochar). Sie bindet den Kohlenstoff für mehrere Hundert Jahre im Boden. Da diese Technologien noch am Anfang stehen, sind die Kosten für die ersten technischen Anlagen zwar noch hoch, wir gehen aber aufgrund des steigenden Wettbewerbes kurz bis mittelfristig von deutlich günstigeren Zertifikatepreisen aus. Für das Erreichen der weltweiten Net-Zero-Ziele halten wir Biochar für unverzichtbar.
2. Der „Permanenz-Aufschlag“
Auf dem CO2-Markt gilt folgende Regel: Je länger Kohlenstoff gespeichert bleibt, desto höher der Preis.
Kurzfristig (naturbasiert): Bäume sind wichtige CO2-Senken. Aber sie können verbrennen oder verrotten. Damit gelangt das gespeicherte CO2 oft schon nach Jahrzehnten zurück in die Atmosphäre.
Langfristig (geologisch): In Gestein gepresstes oder mineralisiertes CO2 (ERW) kann über 1.000 Jahre und mehr dauerhaft gebunden werden. Diese Top-Qualität an garantierter Beständigkeit ist mit Top-Preise verbunden (200-500 Euro).
3. Qualität und Zusatznutzen (Co-Benefits)
Ein Zertifikat steht oft für mehr als nur eine entfernte Tonne CO₂. Der Wert und damit der Preis steigt, wenn ein Projekt zusätzliche Wirkung entfaltet:
Biodiversität: Schutz von Lebensräumen bedrohter Tierarten.
Soziale Wirkung: Schaffung von Arbeitsplätzen oder Zugang zu sauberem Wasser für lokale Gemeinden.
Regulierte Märkte: Zertifikate, die strenge Auflagen für den Luftverkehr (wie CORSIA) erfüllen, sind aufgrund der engen Kontrollen teurer.
Regionale Nähe: Viele Unternehmen zahlen bewusst mehr für lokale Klimaprojekte, um ihre Integrität vor Ort zu stärken, selbst wenn das Zertifikat im Inland deutlich teurer ist als auf dem Weltmarkt.
4. Sicherheit und Ratings
Moderne Preise spiegeln heute auch eine Absicherung wider. Externe Ratings und sogar Versicherungen gegen Projektausfälle werden immer wichtiger. Darauf legen auch wir bei Planet2050 höchsten Wert.
Die Ratingagentur BeZero Carbon hat festgestellt, dass Projekte mit den drei höchsten Qualitätsstufen einen Preisaufschlag von rund 80 % gegenüber schlechter bewerteten Zertifikaten erzielen.
5. Finanzierung & Volumen: Strategie schlägt Spot-Kauf
Nicht nur das Projekt, auch die Art des Kaufs bestimmt den Preis:
Spot vs. Forward: Kaufe ich ein Zertifikat sofort zum aktuellen Marktpreis (Spot) oder sichere ich es mir über einen Forward-Vertrag für die Zukunft? Wer früh einsteigt und Entwicklungsrisiken mitträgt, zahlt oft deutlich weniger.
Volumen: Wie bei jedem Rohstoff gilt: Wer groß einkauft und sich Kontingente über Jahre sichert, bekommt ganz andere Konditionen als bei kleinen Einzelkäufen.
Laut dem aktuellen „State of Carbon Credits“-Bericht von Sylvera ist der Markt für Forward-Verträge auf 12,3 Milliarden US-Dollar angewachsen und damit zwölfmal so groß wie der Spotmarkt.
Quelle: Sylvera, State of the Carbon Market 2025
Planet2050: Unser Beitrag in einem dynamischen Marktumfeld
Der CO2-Markt gilt manchmal als „Wilder Westen“ der Finanzwelt: kompliziert, undurchsichtig und riskant. Wir bei Planet2050 machen aus dieser komplexen Materie eine transparente Anlageklasse für private Investoren.
Wir wählen Projekte nicht einfach nur aus, sondern prüfen sie nach strengsten wissenschaftlichen Standards. Gleichzeitig minimieren wir technologische, politische und ökologische Risiken durch gezielte Absicherungen.
Wir sind Profis: Statt alles auf eine Karte zu setzen, bauen wir diversifizierte Portfolios auf, die eine gesunde Balance zwischen guter und Topqualität auszuweisen, sowie mittelfristiger bis dauerhafter Speicherung. Damit können wir seitens Planet2050 unseren Kunden ein intelligentes Pricing anbieten. Gleichzeitig fungieren wir als Qualitätssicherer für die von uns angebotenen CO2-Zertifikate und schützen unsere Kunden so vor Greenwashing-Vorwürfen.
Die Chance für Investoren 💡
Unterschiedliche Preise am Markt bieten auch Chancen: Smarte Investoren legen ihr Geld dort, wo sie für ihr Geld die beste Leistung bekommen. Wer außerdem Trends erkennt und früh versteht, was in Zukunft gefragt ist, kann schon heute in die richtigen Assets investieren.
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