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21. Januar 2026

Biochar Workshop GIZ x Planet2050 x Enable Earth in Thailand

Lesezeit: 6min

Thai-Deutschland-Projekt: Wie Abfall aus Reisstroh zur Millionen-Investition wird

Ein wegweisendes Projekt, initiiert von Planet2050 in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftsbehörde in Zentralthailand, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Thailand, und dem Klima-Projektentwickler Enable Earth, wandelt landwirtschaftliche Abfälle in dauerhaften Klimaschutz um.

Durch Biokohle soll die Luftverschmutzung gesenkt und den Bauern ein zusätzliches Einkommen gesichert werden. Der weitere große Vorteil: dem globalen CO2-Markt werden hochgradig anerkannte CO2-Zertifikate zugeführt. Wir waren seitens Planet2050 vor Ort. Unser Ziel: dieses Marktpotenzial unseren Privatanlegern zugänglich machen. 

Nakhon Sawan/Thailand. Jedes Jahr dasselbe Bild: Nach der Reisernte hüllt dicker, grauer Rauch weite Teile Thailands ein. Millionen Tonnen Reisstroh werden verbrannt, um die Felder zu räumen. Der Rauch ist sowohl eine Belastung für die öffentliche Gesundheit als auch ein Beschleuniger des Klimawandels. Doch in der Provinz Nakhon Sawan wird nun ein neuer Weg beschritten.

Quelle: Bangkok Post

Beim Verbrennen von Reisstroh durch thailändische Bauern wird CO2 in dichten Rauchschwaden freigesetzt.

Wende in der Reisproduktion: Partnerschaft für Biokohle

Dort haben wir Mitte Januar 2026 seitens Planet2050 einen Workshop initiiert, den wir zusammen mit unseren Partnern, Enable Earth, der thailändischen Landwirtschaftsbehörde und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Thailand für lokale Farmer durchgeführt haben. Insgesamt 40 Teilnehmer konnten sich davon überzeugen, das Reisstroh - anstatt es wie bisher umwelt- und gesundheitsschädlich zu verbrennen-, kein Abfall, sondern ein wichtiger Lieferant ist, um daraus wertvolle Biokohle herstellen zu können. 

Quelle: GIZ Thailand

Lucas Zaehringer, CEO of Planet2050 and Pasinee Tangsuriyapaisan, Founder of Enable Earth presenting biochar and carbon removals opportunities.

Die Wirkung von Biochar: Dauerhafte Kohlenstoffentfernung (CDR)

Biokohle ist das Ergebnis der Pyrolyse – einer kontrollierten Erhitzung organischer Abfälle in einer Umgebung ohne Sauerstoff. Im Gegensatz zur schädlichen Verbrennung, die Kohlenstoff sofort als CO₂ emittiert, wird dieser bei der Pyrolyse in eine hochstabile Form überführt. Im Boden gebunden, ermöglicht Biokohle eine Speicherung des Kohlenstoffs über mehrere hundert Jahre und liefert damit den Nachweis einer dauerhaften Kohlenstoffentfernung (CDR).

Quelle: GIZ Thailand

Lisa Faust, GIZ, concluding the workshop day in Nakhon Sawan in front of farmer group leaders and local administration stakeholders.

Vierfacher Gewinn: Einkommen, Klimaschutz, Gesundheit, Bodenverbesserung

  1. Einkommen: Die Landwirte erhalten durch den Verkauf von Reisstroh, welche zu zertifizierter Biokohle verarbeitet wird, ein festes Einkommen. 

  2. Klimaschutz: CO₂ wird langfristig gebunden. Es erfolgt keine Freisetzung von CO₂ in die Atmosphäre durch Verbrennung.

  3. Gesundheit: Die gefährliche und gesundheitsgefährdende Luftverschmutzung durch Feinstaub wird reduziert.

  4. Bodenverbesserung: Biokohle wirkt im Boden wie ein Schwamm, verbessert die Nährstoff- und Wasserspeicherung und kann so den Bedarf an chemischem Dünger senken. 

Lokale Stimmen zum Pilotprojekt

Das Pilotprojekt fand in Zentralthailand statt. Dort haben wir Vertreter und Führungskräfte landwirtschaftlicher Genossenschaften und Universitäten im Bau und der Nutzung von Niedertemperatur-Pyrolyseöfen geschult. Für die Demonstration und Schulung setzten wir einfache, handwerklich gefertigte Pyrolyse-Ausrüstung ein. Des Weiteren haben wir die Landwirte darin geschult, wie sie Biokohle mit Nährstoffen anreichern und als Dünger, gemischt mit Kompost oder Mist aufbereiten können.

"Wenn unsere Biokohle-Pilotprojekte aus Reisstroh erfolgreich sind, könnte dies für viele Länder in der Region ein echter Wendepunkt sein. Denn dann hätten Landwirte einen starken Anreiz, ihre derzeitigen Praktiken grundlegend zu verändern." sagte Lisa Faust von der GIZ, Projektleiterin der Biomasse zu Energy Komponente der Thai-Deutschen Zusammenarbeit zu Energie, Verkehr und Klimaschutz (TGC-EMC).

Unsere Rolle: Planet2050 ist sowohl Co-Initiator des Workshops, finanzieller Unterstützer des Projektes und gleichzeitig zukünftiger Abnehmer für hochwertige CO2-Entnahme-Zertifikate (CDR), die wir zum Verkauf dem globalen CO2-Markt zuführen. Im nächsten Schritt werden wir eine erweiterte Pilotphase durchführen, bevor wir ein industriell skalierbares Projekt zusammen mit lokalen Carbon-Projektentwicklern und Implementierungs-Partnern starten.

Quelle: GIZ Thailand

Workshop participants from the district Department of Agriculture and Ministry of Energy.

Ambitionierte Ziele: Vom Rauch zum Gutschein

Das lokale Ziel ist ambitioniert: Nakhon Sawan ist die Provinz mit dem höchsten Anteil an verbrannten landwirtschaftlichen Reststoffen. Schätzungsweise 500.000 Tonnen Reisstroh pro Jahr fallen dort an und werden verbrannt. Das entspricht einer Freisetzung von ca. 800.000 Tonnen CO2. 

Lucas Zähringer, CEO Planet2050, betont die Notwendigkeit des Wandels: „Die derzeit praktizierte Verbrennung von Reisstroh mit starker Rauchentwicklung und der damit verbundenen klimaschädlichen Freisetzung von CO2 ist immens. Umso wichtiger ist es, dass wir seitens Planet2050 zusammen mit unseren lokalen Partnern durch Aufklärung und Technologietransfer das Problem aufzeigen und Farmer zu Lösungen befähigen. Denn auch wenn die Regierung mit Subventionskürzungen bei Verbrennung droht, fehlt den Bauern oftmals eine wirtschaftlich tragfähige Alternative. Der Grund: Das Sammeln, der Transport und die Lagerung von Reisstroh verursacht hohe Kosten und der lokale Markt für andere Biomasseprodukte ist begrenzt."

Der erste Schritt ist zu erkennen, dass Reisstroh kein Abfall, sondern eine Wertanlage ist", so Zaehringer weiter. Durch Pyrolyse wird daraus Biokohle. Biokohle wiederum verbessert die Bodenqualität, verhindert CO2-Ausstoß und sichert den Farmern ein stabiles Einkommen aus dem Strohverkauf. Die Einnahmen aus den anschließend zertifizierten Kohlenstoff-Gutschriften helfen der ganzen Gemeinschaft und fördern die Provinz.

Quelle: TheCharMaker

Biokohle aus Reisstroh.

Planet2050: Wie Privatanleger profitieren

Für den globalen CO2-Markt sind diese Projekte essentiell, um Rest-Emissionen schwer abbaubarer Sektoren, zum Beispiel aus Luftfahrt oder Schwerindustrie, zu neutralisieren. Die Herausforderung ist die Finanzierung der nötigen Klimaprojekte und deren Skalierung. Hier setzt Planet2050 an.

Wir wollen, dass hochwertige Kohlenstoffentfernung sowohl für große Institutionen als auch für Privatanleger zugänglich wird. Es gibt sehr viele gute Konzepte. Der Engpassfaktor ist aber derzeit Finanzierung der Klimaprojekte,“ erklärte Lucas Zaehringer, CEO von Planet2050. „Deshalb bereiten wir uns auf unsere Börsennotierung in 2026 vor. Unser Ziel ist, Privatanlegern die Möglichkeit zu geben, an geprüften CO₂-Entnahmeprojekten zu investieren – von der Biokohle in Thailand bis hin zu technischen Lösungen in Europa.”

“Unser Ziel ist, Privatanlegern die Möglichkeit zu geben, an geprüften CO₂-Entnahmeprojekten zu investieren – von der Biokohle in Thailand bis hin zu technischen Lösungen in Europa.” (Lucas Zaehringer, CEO Planet2050)

Jede Tonne Biokohle wird streng zertifiziert. Ein digitaler Kohlenstoff-Pass von Planet2050 verfolgt online die gesamte Kette: von der Herkunft der Biomasse bis hin zur sicheren Speicherung des CO₂ für mindestens mehrere Hundert Jahre im Boden.

Quelle: GIZ Thailand

Lucas Zaehringer presenting Planet2050’s model.

Thailand dient als Blaupause: Ein lokales Umweltproblem kann durch frühphasige Klimafinanzierung – wie z. B. über Planet2050 –, starke Partner und Technologie zu einer wirksamen Klimalösung sowie besserem Einkommen für Reisbauern werden.

👉 Erfahre hier mehr über die Rolle von Planet2050 bei der Investition in CDR-Projekte.
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